Das Sattelschwein

Das Angler Sattelschwein ist eine Rasse des Hausschweins. Gegen 1880 entwickelte sich in Angeln neben der traditionellen Milchwirtschaft die Schweinehaltung als landwirtschaftlicher Erwerbszweig. Das schwarz-weiß gefärbte, in Angeln verbreitete, unveredelte Landschwein war für eine moderne Schweinemast jedoch zu langsam im Wuchs und brachte pro Wurf zu wenig Ferkel zur Welt. Vorbild für die Zucht von schnellwüchsigen, frühreifen und fruchtbaren Schweinerassen war England. Bereits im 19. Jahrhundert war es verschiedentlich zu Importen von Berkshire- und Tamworthschweinen gekommen. Einige Schweinezüchter aus der Gegend um Süderbrarup wurden um 1920 auf eine englische Schweinerasse aufmerksam, die der Angler Landrasse in Körperbau und Erscheinungsbild sehr ähnelte. Die Wessex Saddlebackrasse. Im Jahre 1926 wurde die erste schwarzbunte, trächtige Sau aus England importiert. Die Einkreuzung der englischen Rasse bewährte sich. So wurde seit dieser Zeit das Angler Sattelschwein herdbuchmäßig in Deutschland gezüchtet bis es im Jahre 1937 als eigenständige Rasse anerkannt wurde.

In der klassischen Färbung ist die hintere Körperhälfte des Angler Sattelschweins schwarz, ein weißer Gürtel oder Sattel zieht sich über die Vorderhand. Das Angler Sattelschwein zeichnet sich durch eine Reihe von Vorzügen aus: So hat es hervorragende Muttereigenschaften, gute Weidefähigkeit und ist sehr anspruchslos in der Halteform. Das Angler Sattelschwein gehört jedoch zu den so genannten Fettschweinen, was dazu führte, dass die Rasse in den 1960er Jahren aufgrund der Verbrauchernachfrage nach fettarmem Schweinefleisch in der Bedeutung stark zurückging. Ende der 1980er Jahre standen keine zehn Sauen mehr im Herdbuch, und es gab nur einen einzigen eingetragenen Eber.

1992 wurden von einigen Züchtern Sattelschweine aus einer LPG in Sachsen erworben, die dort von der ehemaligen DDR als Genreserven gehalten wurden. Durch diese Blutauffrischung gibt es heute wieder ca. 200 reinrassige Tiere.


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